Marti, Kurt

 Kurt Marti ist ein Schweizer Pfarrer und Schriftsteller.

Zitate

,,Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.“

„Wo kämen wir hin, wenn alle sagten: Wo kämen wir hin! und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?“

„Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.“

„Zukunft sollen wir bauen? Viele fordern das jetzt. Doch hierbei denken manche bloß an die künftige Sicherung ihrer jetzigen Privilegien. Andere, forschere, bauen, so fürchte ich, Zukunft wie ein Unfall.“

„Nachts hört er, schlaflos liegend, das Ticken in seinem Körper: die Zeitbombe Zeit.“

„Einander wortverwandt: Treue und trauen / vertrauen. Auch »Trauer« vielleicht?“

„Gott? Jener Große, Verrückte, der noch immer an Menschen glaubt.“

„Welche wohltat einmal auch sagen zu dürfen: nein, er war nicht tüchtig und wechselte oft die stelle“

„Unentwegt stacheln Wirtschaft und Schulen den, wie sie sagen, »gesunden« Ehrgeiz an. Als wäre Ehrgeiz etwas anderes als eben – Geiz, d. h. verweigerte Solidarität. Deswegen ist, wie Martin Buber in einem Gespräch bemerkte, Erfolg keiner der Namen Gottes.“

„Je weniger ›Treu und Glauben‹, desto mehr Gesetze, Vorschriften, desto mehr Kontrolle und Bürokratie, desto mehr Unsicherheit, Mafiosität aber auch.“

„Heillos gesund überlebt der kirchliche Apparat das Verschwinden Gottes aus ihm. Er hat es nicht einmal bemerkt.“

„Gott, so denkt man oft, so verkünden Eiferer lauthals, sei Antwort. Spröder sagt die Bibel, daß er Wort sei. Und wer weiß, vielleicht ist er meistens Frage: die Frage, die niemand sonst stellt.“

„Die Probleme der Welt sind nicht lösbar durch eine Menschheit, die selber das größte Problem dieser Welt ist. Bleibt somit nur die Radikalalternative von Maurice Chappaz: So man die Natur erhalten will, muß man den Menschen töten?“

„Wüßte man, was Liebe ist, gäb’s weder Religion noch Dichtung.“

„Kommt, Freunde, doch auch ihr, meine Feinde: Äufnen und speisen wir den heimlichen Fonds der Resignation aneinander! Er wird verwaltet vom tüchtigsten Ökonomen, den die Welt kennt: vom Tod.“

„Unerbittlich zerstören Nutzen und Nutzung diesen Planeten. Das Nutzlose allein hat noch Erbarmen mit uns.“

„»Immer«: mehr als »immer wieder«, aber weniger als »ewig«, weil nach wie vor der Zeit verhaftet, was im, französischen »toujours« noch deutlicher wird.“

„Im Schlaf nutzt der Körper die Abwesenheit des stets betriebigen und umgetriebenen Ichs, um die Schäden auszubessern, die dieses tagsüber angerichtet hat.“

„Selbst das Gebot, sich von Gott kein Bild zu machen, enthält bereits ein solches, nämlich das eines männlichen Gottes.“

„Im Unterschied zum Fortschrittsgedanken ist christlicher Glaube nicht optimistisch.“

„Die für die Mitwelt gefährlichsten Egoisten sind jene, die nicht einmal sich selbst zu achten, geschweige denn zu lieben vermögen.“

„Geschlagen, gestreichelt vom Bewußtsein meiner Nichtswürdigkeit, tarne ich mich mit dem Habitus, dem »Anzug« eines Stoikers, den ich überhaupt nicht mag.“

„Zweierlei Ellen Falls Arbeiter streiken, weil sie höhere Löhne fordern, gilt dies bald schon als ökonomische Sabotage. Streikt hingegen das Kapital, weil es höhere Profite will, so ist dies ein ökonomischer Sachzwang.“

„Den Abgasen tausend Dank! Sie reichern den Sonnenuntergang mit neuen Farbtönen an.“

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